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Stadtbibliothek Karlsruhe zieht positive Jahresbilanz
Impressionen aus der Stadtbibliothek © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt
 
Stadtbibliothek Karlsruhe zieht positive Jahresbilanz
Steigende Nutzung, mehr Veranstaltungen und starke Stadtteilbibliotheken

Die Stadtbibliothek blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Sowohl die Nutzung der Medienangebote als auch die Besucherzahlen und die Zahl der durchgeführten Veranstaltungen sind erneut gestiegen. Damit unterstreicht die Bibliothek einmal mehr ihre Bedeutung als zentraler Bildungs‑, Kultur‑ und Begegnungsort in der Stadt.

„Die steigenden Zahlen zeigen, dass unsere Bibliothek mehr ist als ein Ort zum Ausleihen von Büchern“, berichtet Maren Krähling-Pilarek, Leiterin der Stadtbibliothek. „Wir verstehen uns als kreativen Treffpunkt, Lern- und Bildungsort und wollen Räume für kulturelle und soziale Teilhabe schaffen, in denen Menschen zusammenkommen, sich austauschen und Neues entdecken und ausprobieren können.“

Die Ausleihzahlen haben sich weiter positiv entwickelt: Sie erhöhten sich im Jahr 2025 um rund 25.000 Ausleihen auf 1.339.896 Ausleihen. Hinzu kommen mehr als 690.000 digitale Ausleihen bzw. Zugriffe auf Online-Datenbanken. Besonders erfreulich ist die zunehmende standortübergreifende Nutzung: Über das Online‑Kundenportal lassen sich Medien kostenfrei vorbestellen und an jede gewünschte Zweigstelle als Abholort liefern. Dadurch werden die Bestände aller Standorte intensiv genutzt – ein deutlicher Gewinn für die Attraktivität und Effizienz des gesamten Bibliothekssystems.

Über 563.000 Menschen haben 2025 einen der neun Standorte der Stadtbibliothek besucht – ein Anstieg um gute 5 Prozent. Immer deutlicher zeigt sich zudem, dass sie nicht mehr nur als Ort der Medienausleihe genutzt wird, sondern zunehmend als attraktiver Aufenthalts‑, Lern‑ und Begegnungsraum wahrgenommen wird. Die Anstiege sind nicht nur in der Zentrale zu verzeichnen, sondern insbesondere auch in den Stadtteilbibliotheken. Auch die Kinder- und Jugendbibliothek verzeichnet Zuwächse bei den Besucherzahlen – und das trotz sechswöchiger Schließung wegen einer Bodensanierung im Sommer.

Eine wesentliche treibende Kraft dieser positiven Entwicklung ist der deutliche Zuwachs an Veranstaltungen, deren Zahl von 767 auf 1.397 gestiegen ist. Mit einem breit gefächerten Programm für alle Altersgruppen – von Angeboten zur Leseförderung über Formate der Wissensvermittlung bis hin zu niedrigschwelligen Begegnungsmöglichkeiten – gelang es der Stadtbibliothek, neue Zielgruppen zu erreichen und bestehende Nutzerinnen und Nutzer noch enger an sich zu binden. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Teilnehmendenzahlen wider, die von 13.500 im Jahr 2024 auf knapp 23.500 angestiegen sind.

Zu den besonders erfolgreichen Angeboten zählen unter anderem das Lastenrad „Bücherblitz“, das mit medienpädagogischen Angeboten im gesamten Stadtgebiet unterwegs ist, mehrere vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv) geförderte Leseförder-Projekte für Kinder, ein Vorlesehund, der Vorlesefriseur Danny Beuerbach auf dem Stadtfest sowie innovative Veranstaltungsformate wie „Bier und Besserwissen“ und die verschiedenen Genrewochen. Regelmäßige Angebote wie Handmade - der Handarbeitstreff, Puzzletreffs und Buchclubs schaffen niedrigschwellige Möglichkeiten für kulturellen Austausch, gemeinsames Tun, gegen Einsamkeit und für soziale Teilhabe. All diese Formate verbinden Leseförderung, Wissensvermittlung und Begegnung auf zeitgemäße und kreative Weise.

Auch die Besucherinnen und Besucher schätzen die stetig wachsende Vielfalt des Angebots. „Ich komme längst nicht mehr nur zum Lesen her“, erzählt eine regelmäßige Nutzerin der Zentrale im Neuen Ständehaus. „Hier treffe ich Menschen, komme ins Gespräch und entdecke immer wieder Neues. Besonders die Buchclubs sind für mich echte Highlights.“ So stärkt die Stadtbibliothek gezielt ihre Funktion als Ort der Begegnung.

Besonders hervorzuheben ist die starke Entwicklung der Stadtteilbibliotheken. In nahezu allen Stadtteilen sind die Nutzungs- und Besuchszahlen gestiegen. Die Stadtteilbibliotheken erweisen sich damit als unverzichtbare wohnortnahe Anlaufstellen, insbesondere für Familien, Kinder, ältere Menschen und Schulen.

Auch im digitalen Bereich hat die Stadtbibliothek Akzente gesetzt: Mit einem KI-gestützten Chatbot wurde der Zugang zu Informationen und Services auf der Homepage weiter verbessert und an veränderte Nutzererwartungen angepasst.

Im Bildungsbereich wurde die Zusammenarbeit mit Schulen weiter ausgebaut. Besonders hervorzuheben ist das Ganztagsprojekt, das 2025 in der Hans-Thoma-Grundschule, Pestalozzi-Grundschule, Weinbrennerschule und in der Leopoldschule jeweils für ein halbes Jahr kreative Leseförderangebote durchgeführt hat. Ebenfalls sehr aktiv in der Zusammenarbeit mit der ihr benachbarten Schule ist die Stadtteilbibliothek Grötzingen, die eine regelmäßige Bibliotheks-AG und eine Schüler-Pause etabliert hat. Damit hat die Stadtbibliothek gezeigt, wie Bibliotheken erfolgreich in den schulischen Alltag integriert werden können und dass dafür kurze Wege und unkonventionelles Vorgehen notwendig sind.

Die Jahresbilanz macht deutlich: Die Stadtbibliothek Karlsruhe entwickelt sich kontinuierlich weiter – als moderner Informationsdienstleister, als kultureller Akteur und als sozialer Treffpunkt für die Stadtgesellschaft.
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Eintrag vom: 11.02.2026  




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