Noch nie wurde so schonungslos, zärtlich und feinhumorig über das Alleinsein geschrieben.
Jeder sechste Mensch leidet unter Einsamkeit. Die WHO hat Ende Juni 2025 erstmals einen umfangreichen Bericht zu den gesundheitlichen Folgen von Alleinsein und Einsamkeit vorgelegt. Einsamkeit wird für etwa 880.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich gemacht. Sie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitiven Abbau und psychische Leiden wie Depressionen.
Daniel Haas begibt sich nach dem Suizid seiner Eltern und dem eigenen Burn-out und Beziehungsaus auf die Suche nach den Ursprüngen der Einsamkeit, die seine Familie seit jeher heimzusuchen scheint – eine höchst intime und poetische Auseinandersetzung, die beweist: Selbst in Einsamkeit sind wir nicht allein.
Wenn man plötzlich alles verloren hat – den Job, die Partnerin, Freunde und Freundinnen sowie alle Zukunftsperspektiven –, hält die Einsamkeit Einzug. Und wenn sich dann auch noch die Mutter das Leben nimmt, nachdem schon der Vater Suizid begangen hat, dann beginnt man, sich Fragen zu stellen. Wie ist man bloß in diese Situation hineingeraten?
Daniel Haas‘ Auseinandersetzung mit der Einsamkeit, die sich als bestimmendes Element generationenweit durch seine Familiengeschichte zieht, gerät zu einer Befreiungsgeschichte. Er beschreibt, wie er sich durch Groll, Ängste, Selbstzweifel und Misstrauen immer wieder selbst isoliert und schließlich mehr und mehr begreift, worauf es ankommt: auf Akzeptanz und Wohlwollen anderen und dem Leben gegenüber. Am Ende steht ein Ausblick auf ein Leben, frei von den Fesseln der Einsamkeit, hinter denen etwas Neues zum Vorschein kommt: Hoffnung auf Verbundenheit jenseits gesellschaftlicher Vorgaben und Zwänge.
Verlag Goldmann 2026, 224 Seiten, 22,00 (D), 22,70 (A) / SFr 30,90
ISBN 978-3-442-30233-8 |