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Freitag, 1. Mai 2026
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Ausprobieren, Barrieren abbauen und Regeln neu denken
Ausstellung Spielfeld (c) Museum für Neue Kunst, Foto: Bernhard Strauss
 
Ausprobieren, Barrieren abbauen und Regeln neu denken
Ausstellung „Spielfeld. Sport & Kunst“ im Museum für Neue Kunst

Schirmherr ist der ehemalige SC Freiburg-Trainer Christian Streich

Das Museum für Neue Kunst verwandelt sich ab Freitag, 1. Mai, in ein Spielfeld, die Besuchenden werden zu Akteur*innen oder Beobachter*innen an der Seitenlinie: Die Ausstellung „Spielfeld. Sport & Kunst“ eröffnet neue Perspektiven. Was geschieht, wenn man Regeln verändert oder völlig neu denkt? Funktionen und Formen von Sportgeräten abwandelt? Oder Sport vom Leistungsgedanken befreit? Schirmherr ist der ehemalige SC Freiburg-Trainer Christian Streich, der in der Ausstellung mit Audio-Kommentaren zu einzelnen Kunstwerken vertreten ist. Die Schau läuft bis Sonntag, 11. Oktober.

17 internationale Künstler*innen hinterfragen in teils raumgreifenden Werken soziale, kulturelle und gesellschaftliche Dimensionen des Sports. Als Massenphänomen verbindet er Menschen und stiftet Identität. Gleichzeitig sind Zugangshürden allgegenwärtig. Welche Erwartungen, Vorstellungen und Vorurteile prägen unseren Blick? Was bedeuten Hindernisse und Verletzlichkeit im Sport? Welche Rolle spielen Gewinnen und Verlieren? Die Ausstellung spürt diesen und weiteren Fragen nach und erprobt neue Formen des Zusammenspiels.

Viele Arbeiten laden zum Mitmachen ein und stellen Gewohntes auf die Probe. Beispielsweise „PINGPINPOOLPONG (or how I learned to laugh at failure)“, eine Installation von Basim Magdy: Auf einer Tischtennisplatte machen variabel einsetzbare Hindernisse die Flugbahn des Balles unkontrollierbar. Es liegt an uns, neue Spielregeln zu finden – am besten beim gemeinsamen Lachen über Fehler. Irritation rufen auch die eckigen Bälle aus Mario* Sinnhofers Arbeit „VFB versus BALL“ hervor. Handelt es sich hierbei um Sportgeräte oder künstlerische Objekte? Oder beides? Sinnhofers Bälle werden inzwischen auch von Profivereinen für das Training verwendet, denn das ungewohnte Roll- und Sprungverhalten ist herausfordernd. Die Konzept-Künstlerin Yoko Ono, in deren Werken oft gemeinsames Handeln im Mittelpunkt steht, hat 1966 ein Schachspiel geschaffen, in dem alles komplett weiß gehalten ist: Schachbrett, Figuren, Tisch und Stühle: „Play It By Trust“ lenkt den Blick auf Vertrauen, Erinnerung und die gemeinsame Herausforderung.

Mehrere Werke wurden eigens für „Spielfeld“ neu entwickelt oder erweitert. Basim Magdy präsentiert mit „Discovering Fire“ eine Serie von Polaroids, die den Versuch zeigen, übergroße Gegenstände in einen Basketballkorb zu werfen. Was bringt eine Herausforderung, die zum Scheitern verurteilt ist? Thenjiwe Niki Nkosi erweitert für Freiburg ihre Soundarbeit „Arena VI“ und realisiert mit „Notes on Falling“ eine raumgreifende Wandinstallation, die den Moment des Fallens von Sportler*innen thematisiert.

Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung. Schnupperkurse des Vereins Benefit, die sich zum Teil auch an Rollstuhlfahrer*innen richten, geben die Möglichkeit, wöchentlich eine andere Sportart zu erproben – von Line Dance über Capoeira bis hin zu Pilates. Der Künstler Georg Winter bietet einen Bewegungs- und Trainingsworkshop zur „Annemarie-Methode“ an, der den Umgang mit Barrieren praktisch erlebbar macht. Digitale Künstler*innengespräche mit Thenjiwe Niki Nkosi und Guido van der Werve vertiefen inhaltliche Fragen der Ausstellung. Ein Poetry Slam zum Thema „Höher, schneller, weiter?“ übersetzt sportliche Narrative in poetische Formen. Auch für kleine Sport- und Kunstfans heißt es bei Familienveranstaltungen: kicken, werfen, jonglieren und mutig Regeln hinterfragen. Alle aktuellen Veranstaltungen gibt es unter www.museen.freiburg.de/mnk/sonderausstellungen-mnk.

„Spielfeld“ versammelt Positionen von Astrid Heibach, Basim Magdy, Erwin Wurm, Guido van der Werve, Jack Goldstein, Jean Jacoby, Lygia Clark, Mark Bradford, Mario* Sinnhofer, Michael Klant, Pelle Cass, R. Eric McMaster, Thenjiwe Niki Nkosi, Thomas Liu Le Lann, Valie Export, Yoko Ono und Zuzanna Janin. Das Team des Museums für Neue Kunst hat die Ausstellung gemeinsam kuratiert. Das Projekt entstand in Kooperation mit den Vereinen Benefit und Ring Freiburg, die gemeinsam mit dem Museum Wege zu mehr Teilhabe entwickeln. Unterstützt wird die Schau von der Renate und Waltraut Sick Stiftung.

Das Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und donnerstags bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Unter 27 Jahren, für Mitglieder des Fördervereins, mit FreiburgPass, FamilienCard und Museums-PASS-Musées ist er frei. Tickets gibt es an der Museumskasse oder unter www.museen-freiburg.de/shop.
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Eintrag vom: 01.05.2026  




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