Vier Jahre nach seinem Geniestreich Plein soleil (NUR DIE SONNE WAR ZEUGE) begibt sich René Clément für diesen tiefschwarzen, von Existenzialismus durchdrungenen Psychothriller erneut an die französische Riviera. Alain Delon brilliert als schmierig-eleganter Hasardeur Marc, der auf der Flucht vor New Yorker Gangstern im labyrinthischen Anwesen einer exzentrischen amerikanischen Witwe und ihrer Nichte (eine junge Jane Fonda) untertaucht. Henri Decaës kontrastreiche Schwarz-Weiß-Kamera bricht die mediterrane Sonne in ein klaustrophobisches Kammerspiel aus Licht und Schatten. Clément inszeniert eine amoralische, sadomasochistische Versuchsanordnung, in der die Figuren – ganz dem Titel entsprechend – einander belauern, manipulieren und schließlich erlegen. Ein meisterhaftes Kinostück über die unerbittliche Mechanik von Begierde und Ohnmacht, getragen von Lalo Schifrins nervösem Jazz-Score.
Frankreich 1964, 97 Min., Regie: René Clément
Kommunales Kino Freiburg, Ciné Club
Do 02.07., 19:30, Einführung: Flavien Le Bouter / Sa 04.07., 19:30 |