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Buch- und Lesetipps
| | | | | Buchtipp: Mariah Blake "Die Vergiftung der Welt" | Die unglaubliche Geschichte der weltweiten PFAS-Vergiftung
»Die Vergiftung der Welt« von Mariah Blake ist eine bahnbrechende Recherche über die jahrzehntelange Kampagne der Chemieindustrie, die Gefahren sogenannter Ewigkeitschemikalien zu verschleiern – erzählt anhand der Geschichte eines US-Dorfes, das sich einer massiven Gesundheitskrise gegenübersieht.
Als in seinem Umfeld immer mehr Menschen an Krebs erkrankten, beschlich einen Versicherungskaufmann aus Hoosick Falls, New York, ein furchtbarer Verdacht: Könnten diese Häufungen mit der örtlichen Wasserversorgung zu tun haben? Er beauftragte eine Analyse seines Leitungswassers und bekam die Bestätigung: Es fanden sich hohe Konzentrationen von PFAS, sogenannten Ewigkeitschemikalien. Diese Entdeckung setzte eine Kettenreaktion in Gang, die schließlich offenbarte, dass mehr als hundert Millionen Amerikaner*innen belastetes Trinkwasser konsumierten. Für viele war diese Erkenntnis ein Schock – nicht jedoch für die US-Regierung und die Hersteller dieser giftigen Chemikalien. Sie kannten die Risiken seit Jahren.
In »Die Vergiftung der Welt« erzählt Mariah Blake die erstaunliche Geschichte dieser skrupellosen Vertuschung. Gestützt auf jahrelange Recherchen vor Ort, hunderte von Interviews und zehntausende Dokumente verwebt ihr Buch die geheime Geschichte der Ewigkeitschemikalien mit dem bewegenden Bericht darüber, wie ein einzelnes Dorf es mit den Giganten der Chemieindustrie aufnahm – und gewann.
Ausgehend von Hoosick Falls verfolgt die Autorin die erschütternde Historie des Skandals: Sie geht zurück bis zum Manhattan Project und in die Nachkriegszeit, in der Wissenschaftler*innen feststellten, dass die Chemikalien sich nicht zersetzen und sich im Blut anreichern. In den 1980er-Jahren testeten PFAS-Hersteller heimlich ihre eigenen Beschäftigten und stießen auf Zusammenhänge mit Geburtsfehlern, Krebs und anderen schweren Erkrankungen. Heute verschmutzen diese extrem giftigen und langlebigen Chemikalien den gesamten Planeten. Sie finden sich inzwischen nicht nur in den entlegensten Teilen der Welt, sondern auch in nahezu jedem Menschen.
Um die Allgegenwart von PFAS in unserem Trinkwasser, unserer Nahrung und Alltagsprodukten einzudämmen, arbeitet die EU seit einigen Jahren an umfassenden Vorschriften; 2026 treten Teilverbote der über 10.000 Chemikalien umfassenden PFAS in Kraft. Gegen ein generelles Verbot wehrten sich nicht zuletzt Chemie-Konzerne – mit Taktiken, die Blake in ihrem Buch entlarvt. »Die Vergiftung der Welt« ist daher nicht nur eine aufrüttelnde Investigativrecherche, sondern auch ein Lehrstück darüber, wie die Industrie Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor PFAS bekämpft – und so unser aller Gesundheit gefährdet.
oekom Verlag 2026, 336 Seiten, € 25,00 (D), 25,70 (A)
ISBN 978-3-98726-515-0 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: António Lobo Antunes "Wörterbuch der Sprache der Blumen" | 23 Erzähler*innen, 23 Geschichten und ein Menschenleben.
Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann
Er ist gebildet, elegant und zurückhaltend. Er ist der Sohn einer verarmten Großgrundbesitzerfamilie. Und er ist aktives Mitglied der Kommunistischen Partei Portugals. Letzteres wird ihn in die Fänge der Polizei und schließlich in die entsetzlichen Gefängnisse des Salazarregimes bringen. Dass die Partei nicht zu ihm stehen wird - vermutlich wegen seiner Homosexualität -, ist nur eines von vielen weiteren Hindernissen auf seinem Lebensweg.
Der Roman »Das Wörterbuch der Sprache der Blumen« setzt Júlio Melo Fogaça, einer bedeutenden, aber in Vergessenheit geratenen Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts ein Denkmal. In dreiundzwanzig Kapiteln erzählen dreiundzwanzig Menschen, die ihm begegnet sind, die ihn gekannt, ihn geliebt haben, von ihrem Leben und von der Rolle, die er darin gespielt hat. Es ist die Erinnerung an ein Menschenleben und eine Geschichte von Sehnsucht und Hoffnung, Armut und Einsamkeit, Schönheit und Natur, die Weltliterat António Lobo Antunes in seiner einzigartig kunstvollen Sprache heraufbeschwört.
Luchterhand Literaturverlag 2026, 448 Seiten, € 28,00 (D)
ISBN: 978-3-630-87736-5 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: "Kreatives Schreiben für Dummies" | Wie kreatives Schreiben gelingt
Ob in fiktionalen oder faktenbasierten Texten – ein kreativer Schreibstil bringt sowohl Autoren als auch Lesern einfach mehr Spaß. Monika Hoffmann lädt mit ihrem vergnüglichen Ratgeber „Kreatives Schreiben für Dummies“ auf eine Entdeckungstour der eigenen Schöpfungskraft ein – und zeigt, dass kreative Schreibkunst überall und für jeden machbar ist.
Kreativität tut jedem Text gut, ob es nun ein Spionage-Roman ist, eine Bewerbung für eine Mietwohnung oder ein Bericht an die Krankenkasse. Doch wie stößt man diesen Prozess an, der Originalität oder gar Witz zwischen die Zeilen zaubert? Wie schafft man diese lesenswerten Texte – ganz gleich für welchen Zweck? Monika Hoffmann weiß, dass der wesentlichste Beitrag dazu von innen kommt – von der eigenen Kreativität: „Sie mag zwar unentdeckt oder durch dröge Routinen überlagert sein, aber sie ist da. Jeder Mensch ist kreativ“, so die promovierte Sprachwissenschaftlerin.
Mit dem Buch „Kreatives Schreiben für Dummies“ gibt die Autorin einen praktischen Leitfaden an die Hand, um die eigene Kreativität zu aktivieren und in die richtigen Bahnen zu lenken. Viele praktische Schreib- und Fingerübungen und Beispieltexte geben den Anstoß zur eigenen Entwicklung. Ganz systematisch zeigt Hoffmann, wie man Texte aufzieht, Sätze baut und Wörter wählt. Dabei geht sie auf fiktionale und non-fiktionale Texte und deren jeweilige Anforderungen ein und bringt vielfältige Beispiele, vom Verfassen von Leserbriefen über das Formulieren von Kondulenzschreiben bis hin zur Schilderung der eigenen Romanfiguren.
So erhält das Geschriebene stets eine persönliche Note und hebt sich von lieblos Zusammengeschustertem und automatisch Generiertem positiv und lesenswert ab.
Verlag Wiley-VCH 2026, 320 Seiten, € 18,99 (D)
ISBN: 978-3-527-72319-5 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Moa Backe Åstot "Himmelsfeuer" | Aus dem Schwedischen von Anu Stohner
Ein berührender Coming-of-Age-Roman über Familie, Heimat und die eigenen Wünsche ans Leben.
Ántes Leben hoch im Norden Schwedens ist von samischer Tradition geprägt. Wie auch schon sein Vater vor ihm will er Rentierzüchter werden. Denn Ánte liebt dieses Leben und er liebt die Natur. Aber plötzlich ist da noch etwas anderes, etwas, was an ihm zerrt. Seine Gefühle für seinen besten Freund Erik haben sich verändert, sind zu etwas Großem geworden. Jede Berührung entfacht ein Feuer in seinem Körper. Was würden die Leute sagen, wenn sie es wüssten? Und was fühlt Erik? Hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen seiner Familie, der Verbundenheit zu seiner Heimat und dieser neuen Liebe, sucht Ánte nach einer Lösung, das Chaos in seiner Brust zu bändigen und seinen Weg zu finden.
»›Himmelsfeuer‹ ist ein großartiger Roman über den Kampf eines Jungen, er selbst zu sein. ... Vieles, was Ánte erlebt, ist universell, und empathische Leser werden inständig auf sein Glück hoffen.« Booklist
dtv 2026, 256 Seiten, € 16,00 (D), 16,50 (A)
ISBN : 978-3-423-65048-9 | | | | | |
| | | | | | Eiseskälte an der Dreisam | Historischer Kriminalroman
Freiburg, 1899: Als ein junges Hausmädchen tot am Ufer der Dreisam gefunden wird, hält die badische Polizei schnell einen unlängst entflohenen Sträfling für den Mörder. Doch Kriminalsergeant Gebhard Ernsthal hat Zweifel. Bei seinen Ermittlungen erhält er unterwartet Unterstützung von Schwester Johanna Maria, einer neugierigen Ordensfrau mit scharfem Verstand. Der Fall scheint klar, bis ein weiteres Opfer gefunden wird. Die Ermittlungen führen zu den feinen Adressen der Stadt - und in eine Welt, in der der Tod nur ein Mittel zum Zweck ist.
Freiburger Ermittlerduo: Kriminalsergeant Gebhard Ernsthal und Nonne Johanna
Gmeiner Verlag 2025, 320 Seiten, € 16,– (D)
ISBN 978-3-8392-0871-7 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Carlo Masala "Wenn Russland gewinnt" | Ein Szenario.
März 2028: Russische Truppen erobern die estnische Kleinstadt Narwa und die Insel Hiiumaa in der Ostsee. Der Angriff auf das Baltikum hat begonnen. Jetzt rächt sich, dass Europa nach dem Ende des Krieges in der Ukraine nicht aufgerüstet hat und wichtige Fähigkeiten fehlen. Gilt Artikel 5 der NATO? Wie wird sich die Allianz entscheiden? Riskiert sie den Atomkrieg?
Wir haben uns daran gewöhnt, dass am Ende alles gut ausgeht. Aber was, wenn nicht? Was, wenn Russland gewinnt? Es ist nur ein hypothetisches Zukunftsszenario, das der renommierte Politikwissenschaftler und Militärexperte Carlo Masala in seinem neuen Buch entwirft – aber es zeigt auf besonders drastische Weise, was heute auf dem Spiel steht.
Verlag C.H.Beck 2025, 122 Seiten, € 15,00 (D)
ISBN 978-3-486-82 448-7 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Daniel Haas "Einsamsein" | Noch nie wurde so schonungslos, zärtlich und feinhumorig über das Alleinsein geschrieben.
Jeder sechste Mensch leidet unter Einsamkeit. Die WHO hat Ende Juni 2025 erstmals einen umfangreichen Bericht zu den gesundheitlichen Folgen von Alleinsein und Einsamkeit vorgelegt. Einsamkeit wird für etwa 880.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich gemacht. Sie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitiven Abbau und psychische Leiden wie Depressionen.
Daniel Haas begibt sich nach dem Suizid seiner Eltern und dem eigenen Burn-out und Beziehungsaus auf die Suche nach den Ursprüngen der Einsamkeit, die seine Familie seit jeher heimzusuchen scheint – eine höchst intime und poetische Auseinandersetzung, die beweist: Selbst in Einsamkeit sind wir nicht allein.
Wenn man plötzlich alles verloren hat – den Job, die Partnerin, Freunde und Freundinnen sowie alle Zukunftsperspektiven –, hält die Einsamkeit Einzug. Und wenn sich dann auch noch die Mutter das Leben nimmt, nachdem schon der Vater Suizid begangen hat, dann beginnt man, sich Fragen zu stellen. Wie ist man bloß in diese Situation hineingeraten?
Daniel Haas‘ Auseinandersetzung mit der Einsamkeit, die sich als bestimmendes Element generationenweit durch seine Familiengeschichte zieht, gerät zu einer Befreiungsgeschichte. Er beschreibt, wie er sich durch Groll, Ängste, Selbstzweifel und Misstrauen immer wieder selbst isoliert und schließlich mehr und mehr begreift, worauf es ankommt: auf Akzeptanz und Wohlwollen anderen und dem Leben gegenüber. Am Ende steht ein Ausblick auf ein Leben, frei von den Fesseln der Einsamkeit, hinter denen etwas Neues zum Vorschein kommt: Hoffnung auf Verbundenheit jenseits gesellschaftlicher Vorgaben und Zwänge.
Verlag Goldmann 2026, 224 Seiten, 22,00 (D), 22,70 (A) / SFr 30,90
ISBN 978-3-442-30233-8 | | | | | |
| | | | | | Buchtipp: Axel Petermann "Die Psyche des Bösen" | Im Kopf der Mörder – ein Profiler ermittelt
Der Autor widmet sich drei spektakulären Fällen und liefert erstaunliche neue Erkenntnisse. Seine Ermittlungen zeigen: Häufig werden Fälle vorschnell zu den Akten gelegt. Ein ganz besonderes Augenmerk legt er diesmal auf die Psyche der Täter. Was macht Menschen zu Mördern – und wie wählen sie ihre Opfer aus? Der renommierte Kriminalist blickt in menschliche Abgründe und kommt mit den Methoden des Profiling den Verbrechern auf die Spur.
Mord in der Käserei
In einer Käserei in Österreich wird die Buchhalterin des Betriebes tot aufgefunden. Schnell gerät ein jugendlicher Melker in Verdacht, für den Tod verantwortlich zu sein. War es die Tat eines Stalkers?
Ein Teenager verschwindet spurlos
Carola Raabe war 13 Jahre alt, als sich 1989 auf dem Weg zur Schule ihre Spur verliert. Alles spricht für ein Kapitalverbrechen. Doch wer ist der Täter?
Der Mörder in mir. Die Entwicklung eines pathologischen Mehrfachmörders
Ein Zehnjähriger Junge würgt seine Spielgefährtin bis zur Bewusstlosigkeit, wickelt sie im Anschluss in eine Decke ein. Jahre später tötet er nicht nur seine Partnerin, sondern auch seine kleine Tochter. Warum wird ein Junge bereits als Kind zum Gewalttäter und später zum Mörder?
Der Autor Axel Petermann hat als Leiter einer Mordkommission in Bremen und stellvertretender Leiter im Kommissariat für Gewaltverbrechen mehr als 1000 Fälle bearbeitet, in denen Menschen eines unnatürlichen Todes starben. 2000 begann er mit dem Aufbau der Dienststelle »Operative Fallanalyse«, deren Leiter er bis zu seiner Pensionierung 2014 war. Als Dozent für Kriminalistik lehrt er seit vielen Jahren an verschiedenen Hochschulen in Deutschland. Seit 2001 ist er Fachberater für diverse TV-Formate sowie für zahlreiche Dokumentar- und Nachrichtensendungen. Auch sein Podcast »Das entscheidende Indiz«, den er seit 2023 zusammen mit Teresa Sickert veröffentlicht, erfreut sich große Beliebtheit.
Verlag Heyne 2026 , 384 Seiten, € 16,00 (D), 16,50 (A) / SFr 22,90
ISBN 978-3-453-60677-7 | | | | | |
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